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Familien-Feuerwehr


EFaS geht an den Start

In Herzogenrath soll nach den Sommerferien 2008 ein generationsübergreifendes Hilfe- und Unterstützungsprojekt an den Start gehen. Hierzu haben sich die Träger – das FrauenkommunikationsZentrum e.V. mit dem Projekt „FrauenKomm.Gleis1“, die Servicestelle für Familiengesundheit zu Gunsten benachteiligter Kinder „moliri“, das städtische Koordinationsbüro „Rund ums Alter“, das Stadtjugendamt sowie das „Lokale Bündnis für Familien“ zusammen geschlossen. Die Abkürzung „EFaS“ steht für Ehrenamt für Familien und Senioren und damit sind bereits die drei Teilprojekte beschrieben, für die derzeit aktive Bürgerinnen und Bürger aus Herzogenrath gesucht werden: Hilfsangebot für Senioren/innen, Familienpaten/innen und die Familienfeuerwehr – ein Konzept des FrauenKommunikationsZentrums e.V..
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Ziel der Familienfeuerwehr

Der Verein FrauenKommunikationsZentrum e.V. initiiert und koordiniert Aktivitäten, in deren Mittelpunkt die Interessen von Frauen stehen. Vor allem sollen Frauen aber dabei unterstützt werden, ihre Berufstätigkeit und familiäre Aufgaben besser miteinander vereinbaren zu können. Die Familienfeuerwehr ist in Folge dessen in erster Linie als Unterstützung für Familien und Alleinerziehende gedacht, die kurzfristig in eine Belastungssituation geraten und Hilfe benötigen. Von dem Angebot der Familienfeuerwehr können jedoch auch Senioren und Seniorinnen profitieren, die in der heutigen Zeit immer häufiger kurzfristig auf Hilfe von außen angewiesen sind.

Aufgabe der Familienfeuerwehr

Das Aufgabengebiet der Familienfeuerwehr ist die „Erste Hilfe“ in unerwarteten Belastungssituationen (zum Beispiel im Fall einer Erkrankung oder bei einem Unfall). Es wird eine praktische unmittelbare Unterstützung durch ehrenamtliche Feuerwehrhelfer und -helferinnen angeboten, die den Familien bis zu drei Tagen zur Verfügung stehen.

Beispiel 1

Die Oma erkrankt plötzlich, die erwerbstätige alleinerziehende Mutter muss ihrer Arbeit nachgehen und findet keinen Ersatz. Hier kommt die Familienfeuerwehr zum Einsatz. Eine ehrenamtliche Kraft unterstützt die Familie, indem sie das Essen vorbereitet oder das Kind vom Kindergarten abholt. Diese „Erstversorgung“ ist auf zwei weitere Tage begrenzt. Mit Hilfe der ehrenamtlichen Kraft wird ein Ersatz oder eine alternative Lösung gesucht, wenn die Oma längerfristig erkrankt ist.

Beispiel 2

Eine Seniorin hat sich den Fußknöchel verstaucht und ist vorübergehend in ihrer Mobilität massiv eingeschränkt. Verwandte wohnen nicht in der Nähe, sodass hier eine ehrenamtliche Kraft kurzfristig Hilfe leisten kann, z.B. bei Arbeiten im Haushalt oder Einkäufen. Wenn die Hilfe länger als drei Tage benötigt wird, können auch hier die Feuerwehrhelfer und Feuerwehrhelferinnen bei der Suche nach weiterer Hilfe Unterstützung leisten (z.B. Anfrage bei der zuständigen Krankenkasse).

Einsatzbereiche der Familienfeuerwehr

  • Hilfe in Haushalt
  • Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe
  • Abhol- u. Begleitdienste (Schule, Behörden, Ärzte)


Vernetzung der Familienfeuerwehr

Oft ist über den Zeitraum von drei Tagen hinaus noch Unterstützung gefragt:
  • Weitervermittlung an die FamilienpatInnen bei längerfristigen Problemen
  • Weitervermittlung an den Familien-GPS (Familien-GenderPersonalService) für die Erstellung individueller Familienkonzepte
  • Weitervermittlung an die Servicebörse beim Bedarf haushaltnaher Dienstleistungen


Zeitliche Einschränkung

Die Zielrichtung der Familienfeuerwehr ist in erster Linie darauf ausgerichtet, Frauen in ihrer Berufstätigkeit zu unterstützen. Aus diesem Grund sind übliche Bürozeiten im Vormittagsbereich für die Erreichbarkeit der Familienfeuerwehr geplant. Denn außerhalb der üblichen Bürozeiten ist es für Familien häufig auch möglich, spontan Unterstützung im Freundeskreis, in der Familie oder in der Nachbarschaft zu finden.

Anforderungsprofil für den ehrenamtlichen Einsatz

Die Feuerwehrhelfer und -helferinnen müssen bereit und fähig sein:
  • kurzfristig Familien zu unterstützen
  • sich flexibel auf die neue Familiensituation einzulassen
  • zuverlässig und verbindlich die vereinbarten Absprachen einzuhalten
  • vorurteilsfrei zu handeln
  • weitergehende Betreuungsschwierigkeiten aufzugreifen und anzusprechen und an das FrauenKomm.Gleis1 weiter zu leiten, damit mit Hilfe des Familien-GPS (GenderPersonalService zur Unterstützung von Familien) und der serviceLINE1 (Agentur für Dienstleistungen in der Region) individuelle Betreuungskonzepte gefunden werden können
  • sich qualifizieren zu lassen
  • sich und die eigene Arbeit zu reflektieren
  • anvertraute Daten nicht ohne Absprache bzw. Erlaubnis an Dritte weiterzugeben


Qualifizierung der EhrenamtlerInnen

Auf die zukünftigen Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen warten interessanten Fortbildungen in angenehmer Atmosphäre:
  • Vorstellung des Projektes in seiner Konzeption und seinen Abläufen
  • Persönlichkeitsbildung: eigene Rolle, Ziele und Wünsche, Motivation des Helfens, eigene Werte und Normen, Selbsterfahrung
  • Thema: Eigene Ressourcen und eigene Grenzen kennen lernen
  • Thema: Wahrnehmung und Bewertung (Problembesitz), Haltung/ Menschenbild, Interkulturalität
  • Aufgaben des Jugendamtes, Ansprechperson bei Problemen benennen
  • Informationsblock über das hiesige Hilfenetz (weitere Entlastungs- und Hilfsangebote)
  • Thema: Wichtige Rechtsgrundlagen, Versicherungs- und Haftungsfragen
  • Thema: Rechtliche Rahmenbedingungen, Kindeswohlgefährdung § 8 a SGB VIII, Definition/Vorkommen von Gewalt gegen Kinder
  • Methoden der Vermittlung: Gespräche u.a. (kreative Methoden)
  • Kommunikation: Grundlagen, Modelle, Gesprächsführung
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • bei Bedarf: Handy-Führerschein
Die Stadt Herzogenrath schließt für alle Ehrenamtlichen eine Unfall- und Haftpflichtversicherung ab.

Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Mit viel bürgerschaftlichem Engagement wird die Familienfeuerwehr bereits Ende des Jahres zum Einsatz kommen können. Bis dahin ist noch ein wenig Aufbauarbeit zu leisten. Wer Interesse hat, im Projekt „EFaS“ mitzuwirken, kann sich unter folgender Rufnummer melden: 02406-83 530 oder 02406-83 435. Nach den Sommerferien wird es eine zentrale Rufnummer geben, unter der sich die Interessenten melden können.